Auf den Spuren der Hüttenherren von 
Eisenschmidt bis Böcking
Einen Tag auf den Spuren der Hüttenherren von Eisenschmidt bis Böcking bot der Heimatverein Abentheuer an. In Zusammenarbeit mit der VHS-Aussenstelle Brücken-Abentheuer konnte mit Herrn Hans Peter Brandt ein Referent gewonnen werden, der einleitend über die 
Die Unternehmerfamilien Eisenschmidt, Helleisen, Hujet, Hauzeur, Stumm und Böcking 
und ihr Engagement in der Eisen- und Kupferindustrie an der oberen Nahe

referierte. Unterlegt mit zahlreichen Graphiken brachte er den zahlreichen Interessierten zunächst 
die Arbeitsweise in den ehemaligen Eisenwerken näher. Sehr anschaulich demonstrierte er anschließend die wirtschaftliche Bedeutung, gerade des Standortes Abentheuer als Zentrale des  "Montankonzerns" für die Hüttenbesitzer seit Hauzeur. Nicht zuletzt dadurch überlebte das Werk in Abentheuer als längstes derer im Hunsrück. Gezeigt wurden ebenso die Standorte der Hütten und Werke als auch Gruben aus denen das zu verarbeitende Erz bezogen wurde.

Anhand von weiteren Folien erörterte er abschließend die Geschichte der o.g. Familien. Sicherlich neu war dabei für die Anwesenden, daß in der Familie Stumm der Begründer der Orgelbauerdynastie und der Inhaber zahlreicher Hütten keinesfalls Brüder waren  - allenfalls beständen zwischen beiden distanziertere verwandtschaftliche Beziehungen. Mit großem Wissen führte uns Herr Brand durch 500 Jahre Geschichte der Eisenindustrie in und um Abentheuer.
 




.

.

.

Seitens des Heimatvereins Abentheuer erhielten die Teilnehmer an der Fahrt eine umfangreiche Mappe mit Detailinformationen, Literaturhinweisen, Fotos und Publikationen sowohl zu den Hüttenbesitzern als auch über die ehemaligen Standorte. So mit einem profunden Hintergrundwissen vorbereitet, wurden einige Hüttenstandorte angefahren.  Allenbach, Bruchweiler, Hammerbirkenfeld und Asbach gehörten dazu. 


  In Asbach konnte die Grabstätte des Commerzienrates und Hüttenbesitzers Rudolph Heinrich Böcking besichtigt werden.    Weiter ging es im Bus vorbei an der Asbacher Hütte nach Herrstein, wo man etwas länger verweilte. 

 _________________________________________________________________ 
 
 
 
 

 <<<< Nebenstehend vier Ausschnitte aus der Grabstätte des 

 <<<< Rudolph Heinrich Böcking 

 
 
 Vermutlich wurde Herrstein als Burg auf einem Felsvorsprung zwischen 1250 und 1275 von Graf Heinrich von Sponheim zum Schutz seines Eigenbesitzes begründet. 1279 findet Herrstein erstmals urkundlich Erwähnung. Der  Hof Herrstein mit einem Ritter Ruther von Heresteyn diente wohl der Versorgung der Burg. Dank unseres Fremdenführers Carsten Dreher erfuhren zahlreiche Details zu der Geschichte des Ortes, zur Bauweise der Fachwerkhäuser, interessantes über den Uhrturm, Anekdoten um den Schinderhannes und...und...und. 

 Wunderschöne Winkel... 

 ...laden zum verweilen ein. 

 Obwohl die Uhr im Uhrturm nur einen 
 Zeiger hat, geht sie erstaunlich genau. 

 Carsten Dreher (rechts) führte uns kompetent durch den historischen Ortskern von Herrstein . 
  Anschließend fuhren wir an weiteren Hüttenstandorten vorbei zur Weitersbacher Mühle. Diese ganzjährig betriebene Mehlmahlmühle war früher Standort der Weitersbacher Hütte. Besitzer waren ehemals Pastert und Stumm. Heute ist die Mühle im Privatbesitz der Familie Lorenz. Frau Lorenz  erklärte uns gerne alles rund um das mahlen von Getreide. 
 Die Müllermeisterin Daniela Müller-Lorenz zeigte uns begeistert wie aus Korn Mehl wird. Wieviel Arbeit dahintersteckt hätten wir wirklich nicht geglaubt. Ein unglaublich interessanter Besuch in der Mühle rundete die Fahrt zu Industriestandorten der Vergangenheit ab. Abschließend liessen wir bei gutem Essen in Bernd's Mühle den Tag noch einmal Revue passieren. 

 

 Unser Fazit: Ein fachlich versierter Vortrag stimmte uns auf den Tag ein. Zahlreiche Industriestand- orte der vergangenen Jahrhunderte wurden angefahren. Der Mühlenbesuch erwies sich als tolles  Highlight. Die Stimmung war sehr gut. Der Heimatverein Abentheuer stellte einmal mehr seine Kompetenz und Organisationsfreude unter Beweis und gewann damit wieder neue Mitglieder.